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Gedenkfriedhof

Während in den Nachkriegsjahren die geschehenen Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus zunächst verdrängt wurden, setzte in den 80er Jahren eine Wende ein: Das Gedenken an die Opfer der von den Nationalsozialisten verübter Krankenmorde sowie der Zwangssterilisationen wurde zum Thema zahlreicher Veranstaltungen und zum Inhalt von Mahnmalen.

Der sogenannte Waldfriedhof, welcher im September 2003 als Gedenkfriedhof für die Opfer der NS-„Euthanasie" eingeweiht wurde, gehört seit Anbeginn zur Einrichtung in Weilmünster. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Patienten, welche aufgrund der NS-„Euthanasie“ zu Tode kamen dort in Massengräbern bestattet.

Das Ermittlungsverfahren gegen Personal der Landesheilanstalt wegen Beteiligung an der NS-„Euthanasie“ wurde 1953 eingestellt. Die Morde gerieten in Vergessenheit und neue Gräber wurde über denen der „Euthanasie“-Opfer errichtet.

Bis zum Dezember 1996 wurden hier verstorbene Patientinnen und Patienten noch beerdigt, wenn ihre Angehörigen sie nicht in ihren Heimatgemeinden bestatten ließen. Auch Gräber von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern finden sich auf dem Gelände.

Auf den Gedenkfriedhof der Vitos Weilmünster befinden sich die Gräber von über 3100 Opfern aus den Jahren 1937 - 1945. Die Opfer der NS-„Euthanasie“ sind auf den Gräberfeldern 1-13 und dem jüdischen Friedhof nach ihrem Sterbedatum bestattet. Die Gedenkstätte dokumentiert alle Namen der hier beerdigten NS- Opfer. Hinter jeden Namen verbirgt sich eine Lebensgeschichte. Nur wenige sind überliefert und werden auf der Gedenkstätte vorgestellt.

Der Zeitpunkt der Einweihung der Gedenkstätte im September 2003 ist bewusst gewählt worden: Denn vor genau 60 Jahren wandte sich der damalige Krankenhausseelsorger Kaplan Walter Adlhoch öffentlich gegen die Ermordung der Menschen in der damaligen Landesheilanstalt Weilmünster. Im Anschluss danach erhielt er Hausverbot und wurde von der SS verhört. Heimlich ist er dennoch auf die Krankenstationen gegangen, um die hilflosen und kranken Menschen zu trösten.