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Historie - Bis 1947

Diesen Hoffnung und Zuversicht setzenden Phasen der Einrichtungsgeschichte standen Zeiten gegenüber, in denen hilfsbedürftige Menschen vernachlässigt und ermordet wurden. Beide Weltkriege hatten ein Massensterben unter den Anstaltsbewohnern und -bewohnerinnen zur Folge, das nicht nur durch den allgemein herrschenden Hunger und die sich ausbreitenden Epidemien, sondern auch durch eine inhumane Einstellung der politisch Verantwortlichen, die den Tod von Anstaltsinsassen bewusst in Kauf nahmen, bedingt war.

Die Zeit des Nationalsozialismus stellte einen verbrecherischen Tiefpunkt in der Geschichte der Krankenfürsorge dar: Weilmünster nahm eine zentrale Rolle in dem staatlich gelenkten Programm der Ermordung kranker Anstaltsinsassen ein, das beschönigend als „Euthanasie" deklariert wurde. Rund 6.000 Menschen, die in den Jahren 1940 bis 1945 in der „Zwischenanstalt" Weilmünster untergebracht waren, sind nachfolgend in Hadamar ermordet worden oder unter großen Leiden in Weilmünster selbst zu Tode gekommen, durch Unterernährung, pflegerische Vernachlässigung, aber auch wohl durch gezielte medikamentöse Tötungen.

Durch den Massenmord in der Heilanstalt Weilmünster waren nun räumliche Kapazitäten frei geworden und ab 1943 entstand ein Heereslazarett. Ursprünglich waren für eine Belegung 1200 Personen vorgesehen, zeitweise waren aber bis 2000 kranke Soldaten im Lazarett untergebracht, von denen viele in Weilmünster verstarben.

Nach Kriegsende wurde das Lazarett unter der neuen Bezeichnung „Militär-Lazarett“ geführt und existierte bis Anfang 1947.

 

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